Die Geschichte Tibets

Dialogbemühungen
Der Dalai Lama und seine Regierung suchen auf dem friedlichen Weg durch Verhandlung mit der chinesischen Regierung nach einer Lösung für den Tibet-Konflikt. Ihre Bemühungen werden jedoch von Peking seit Jahren zurückgewiesen. China verlangt, dass der Dalai Lama als Ausgangspunkt für Verhandlungen zuerst den historischen und rechtlichen Status Tibets als einstmals unabhängiges Land verleugnet.
Das internationale Bewusstsein für die Situation in Tibet hat in den letzten Jahren zugenommen, vor allem seit dem Dalai Lama 1989 der Friedensnobelpreis verliehen wurde. Zahlreiche Parlamente haben Resolutionen verabschiedet, in denen sie die Menschenrechtsverletzungen in Tibet verurteilen und eine friedliche Lösung des Konfliktes fordern.
Blick auf Lhasa (Hauptstadt von Tibet) und Potala 1938 / 39Die wechselvolle Geschichte Tibets beginnt im 7. Jahrhundert mit der Gründung des tibetischen Großreiches, das bis zum 10. Jahrhundert eines der mächtigsten Reiche Asiens ist. Interne Machtkämpfe und ausländische Invasionen prägen von da an die Geschichte des Landes. Insbesondere die Beziehungen zur Mongolei haben großen Einfluss auf Tibet. Sowohl Tibet als auch China fallen im 13. Jahrhundert unter die Herrschaft des mongolischen Großreiches (Yuan-Dynastie). Im 17. Jahrhundert marschieren die Mongolen erneut ein. Sie übertragen 1642 dem 5. Dalai Lama die Regierungsgewalt über Tibet. So wird der Dalai Lama als politisches Oberhaupt etabliert. In den darauf folgenden Jahrhunderten kommt es zu kriegerischen Auseinandersetzungen mit den Manschus, die in China die Qing-Dynastie einsetzen, und auch Nepal fällt wiederholt in Tibet ein. Trotz der langen Zeiten der Besetzung gelingt es Tibet immer wieder, zwischenzeitlich seine Autonomie zurück zu gewinnen.
Als der 13. Dalai Lama 1895 die Regierungsgeschäfte übernimmt, ist Tibet ein religiöser Staat mit feudalistischen Zügen. Die Macht ist aufgeteilt zwischen den Klöstern, dem Adel und dem Dalai Lama. Großbritannien, die Kolonialmacht in Indien, versucht seinen Einflußbereich auszuweiten und marschiert 1904 in Tibet ein. Der Dalai Lama flieht ins Exil in die Mongolei und kehrt erst 1909 zurück, nachdem die Truppen wieder abgezogen sind. Die tibetische Armee ist jedoch geschwächt, so dass die Truppen der in China herrschenden Manschus nach Tibet vordringen können. 1910 besetzen sie Lhasa. Der Dalai Lama flieht ins indische Exil. Die Besetzung ist jedoch von kurzer Dauer. In Folge der chinesischen Revolution und des Sturzes der Manchu-Dynastie ist die chinesische Armee geschwächt und kann 1912 von der tibetischen Armee zurückgedrängt werden. Der Dalai Lama kehrt zurück und erklärt 1913 die Unabhängigkeit Tibets. Er beginnt nun, den Staat zu modernisieren und nach außen hin zu isolieren.
Tibet unter chinesischer Herrschaft
Noch 1949, im Jahr der Machtübernahme der Kommunistischen Partei und dem Ausruf der VR China, dringen erste Truppen der chinesischen Volksbefreiungsarmee in Amdo, die nordöstliche Provinz Tibets, ein. 1950 greift ein Heer von 40.000 Soldaten die südöstliche Provinz Kham an und besetzt das Land gewaltsam. Dem 14. Dalai Lama Tenzin Gyatso wird im Alter von 15 Jahren die Macht übertragen. Unter militärischem Druck unterzeichnet eine tibetische Delegation 1951 das 17-Punkte-Abkommen, in dem der Status Tibets als Teil Chinas mit politischer Autonomie und kultureller sowie religiöser Freiheit vereinbart wird. Doch ist der Vertrag völkerrechtlich ungültig und der autonome Status wird zudem von China missachtet: Die chinesische Armee marschiert noch im selben Jahr in Lhasa ein.
Die tibetische Bevölkerung leidet unter dem Terror und der Gewalt der chinesischen Besatzer. Es entsteht eine Widerstandbewegung in den östlichen Provinzen Tibets. Bei ihrer Zerschlagung sterben zahlreiche Tibeter, Klöster werden zerstört.
Nach Jahren der Unterdrückung kommt es in Tibet am 10. März 1959 zum Volksaufstand, der von der chinesischen Armee blutig niedergeschlagen wird. Dem Dalai Lama gelingt es, noch rechtzeitig ins indische Exil zu fliehen. Die chinesischen Besatzer gehen nun noch rücksichtsloser gegen die tibetische Bevölkerung vor. Sie wird immer häufiger Opfer von Übergriffen. 1965 verkündet Peking die „Autonome Region Tibet“ (TAR), eine Region, die nur etwa die Hälfte des Territoriums Tibets umfasst.
Die „Große Proletarische Kulturrevolution“ von 1966 bis 1976 bringt weitere Gewalt und Elend über Tibet. Es sterben 1,2 Mio. Menschen. Auch die verbliebenen Tempel und Klöster werden nun zerstört. Nach der Kulturrevolution sind nur noch 12 Klöster erhalten.
Die Lebensbedingungen in Tibet sind äußerst schlecht unter der chinesischen Herrschaft. Selbst grundlegende Menschenrechte werden nicht gewahrt. Es kommt immer wieder zu Aufständen, die gewaltsam beendet werden. Zwischen 1987 und 1989 sind die Unruhen besonders heftig und Peking verhängt den Kriegszustand über Lhasa. Der Dalai Lama bemüht sich um eine Annäherung und schlägt den „Mittleren Weg“ ein, d.h. er fordert nicht die Unabhängigkeit, sondern nur eine echte Autonomie Tibets innerhalb des chinesischen Staatsverbands. Doch die Verhandlungen mit der chinesischen Regierung bleiben erfolglos. Im März 2008 kommt es erneut zu heftigen Protesten in Tibet, die brutal niedergeschlagen werden und über 200 Menschen das Leben kosten, darunter viele Mönche und Nonnen.
Der völkerrechtliche Status
Rechtslage
Gemäss internationalem Recht ist ein souveräner Staat dann existent, wenn sein Gebiet von seinem Volk und seiner Regierung effektiv kontrolliert wird und er in der Lage ist, internationale Beziehungen einzugehen.
Territorium
Das historische, kulturelle und ethnische Gebiet Tibets erstreckt sich von der McMahon-Linie im Westen und Süden bis zu Kunlun und Altyn Tagh im Norden und Dhartse-dho (Ta-chien-lu) im Osten. Das ganze Gebiet umfasst rund zwei Millionen Quadratkilometer.
Volk
Die sechs Millionen Tibeter bilden ethnisch, kulturell, sprachlich und geschichtlich ein eigenständiges Volk, das sich von seinen Nachbarvölkern eindeutig unterscheidet.
Regierung
Die tibetische Regierung in Lhasa unter der Führung des Dalai Lama war die unangefochtene Herrscherin über Tibet.
Seit der Unabhängigkeitserklärung durch den 13. Dalai Lama im Jahr 1913 hat China weder Macht noch Autorität irgendwelcher Art in oder über Tibet ausgeübt. Bell, Grossbritanniens politischer Beamter in Sikkim und zugleich zuständig für Tibet, eine weltbekannte Autorität in Sachen Tibet, weist ausdrücklich darauf hin, dass seit 1912 jegliche chinesische Kontrolle über Tibet aufgehört habe.
Tsung-lien Shen und Shen Chi-liu, beide Vertreter der nationalchinesischen Regierung in Lhasa, die 1949 Tibet verlassen mussten, berichten:
“Seit 1911 hat Lhasa in allen faktischen Bereichen eine völlige Unabhängigkeit genossen.”
Richardson, der als diplomatischer Leiter zunächst der britischen und später der indischen Mission in Lhasa insgesamt acht Jahre in Tibet verbracht hat, bestätigt ebenfalls, dass Tibet bis zur kommunistischen Invasion 1950 völlige De-facto-Unabhängigkeit genossen habe. Als Ausdruck der tibetischen Unabhängigkeit zu dieser Zeit wird auch die Tatsache gewertet, dass die tibetische Regierung im Februar 1940 ein Amt für auswärtige Angelegenheiten errichtete. Die von der tibetischen Regierung verfolgte Neutralitätspolitik während des Zweiten Weltkrieges unterstreicht zudem ihre volle Handlungsfreiheit und die Unabhängigkeit Tibets.
Position Chinas
Die Regierung der Volksrepublik China vertritt jedoch die historisch fragwürdige Auffassung, Tibet habe seit der Yuan-Dynastie unter chinesischer Souveränität gestanden und sei deshalb ein unveräusserlicher Teil Chinas. Wie die vorangehende historische Darstellung gezeigt hat, kann die mongolische Oberherrschaft über Tibet nicht als eine chinesische ausgelegt werden. Zwischen den Souveränitätsansprüchen Chinas und dem ihnen zugrunde liegenden historischen tibetisch-chinesischen Verhältnis besteht eine offensichtliche Diskrepanz.
Seit der Unabhängigskeitserklärung durch den 13. Dalai Lama im Jahre 1913 bis zur völkerrechtswidrigen Annexion durch die Volksrepublik China im Jahre 1951 ist Tibet ein vollständig unabhängiger Staat gewesen. Dies ist durch die Internationale Juristenkommission in ihrem Gutachten zur Tibet-Frage von 1960 auch bestätigt worden. Darin stellt sie fest, dass Tibet im Jahre 1949, als es von China gewaltsam besetzt wurde, die Kriterien für einen selbständigen Staat erfüllt habe: ein Volk mit einem eigenen Territorium und einer eigenen funktionierenden Regierung in diesem Territorium. Diese Feststellung ist ausserdem vom Wissenschaftlichen Fachdienst des Deutschen Bundestages in seinem Gutachten von 1987 bestätigt worden.
Gyaltsen Gyaltag
Massenumsiedlung und Sinisierung
Umsiedlungen
Eine grosse Anzahl Chinesen ziehen — durch die chinesische Regierung ermutigt — nach Tibet. Die Grösse der Umsiedlung spitzt sich alarmierend zu. Die berechtigte Angst besteht — alle Anzeichen bestätigen dies -, dass die gegenwärtige chinesische Politik “erfolgreich” ist. Ziel ist es, die Tibeter zu einer unbedeutenden Minderheit im eigenen Land zu machen.
Anreize für chinesische Umsiedler
Die gegenwärtige Ansiedlungspolitik wurde 1983 begonnen, als die “endgültige Lösung” von Chinas Tibet-Problematik beschlossen wurde. Deng Xiaoping und andere chinesische Staatsträger beschlossen die Umsetzung der Regierungslinie durch die Motivierung von Chinesen, sich in Tibet anzusiedeln. Anreize für die chinesischen Einwanderer sind: Höhenzulagen, Entfernungsprämien, Steuervergünstigungen, verkürzte Arbeitszeit und mehr freie Tage. Die Arbeitslöhne und Beamtengehälter in Tibet sind die höchsten in ganz China und bestehen zu über 30% aus Prämien. So kann ein chinesischer Lehrer in der Autonomen Region Tibet fünfmal so viel Geld — bei vergleichsweise weniger Arbeit — wie in China verdienen. Diese Bestrebungen verletzen Artikel 49 der 4. Genfer Konvention (1949), die den Bevölkerungstransfer von Teilen der Bevölkerung der Besatzungsmacht in das besetzte Territorium untersagt. Die Bestimmungen der Genfer Konvention werden von der chinesischen Regierung nicht respektiert, obwohl sie sie 1956 ratifiziert hat.
Folgen
7.5 Millionen Chinesen stehen heute 6 Millionen Tibetern im ursprünglichen Staat Tibet gegenüber. In allen grösseren Städten sind die Chinesen schon heute den Tibetern an Zahl überlegen. Selbst nach chinesischer Schätzung sind ca. 58% (entsprechend ca. 150’000) der Einwohner von Lhasa chinesisch; rechnet man noch die starken Truppenkonzentrationen im Lhasa-Tal dazu, so stehen 300’000 Chinesen etwa 60’000 Tibetern gegenüber. Die Stadt Chamdo hat nach Augenzeugenberichten einen chinesischen Bevölkerungsanteil von 95%. Manche Städte in Kham entstanden überhaupt erst nach der Ankunft der Chinesen in den 50er Jahren. Eine davon, Hong Yuan, wurde inmitten grosser Weidegebiete erbaut, in denen Nomaden leben.
Der Bevölkerungstransfer verursachte eine Inflationsrate von 300% und eine Zweiklassengesellschaft mit scharfen ethnischen Grenzen sowie einer bisher nicht dagewesenen Arbeitslosigkeit unter den Tibetern.
Im Gebiet von Lhasa zum Beispiel sind 30’000 Tibeter arbeitslos, da sie ihren Arbeitsplatz an chinesische Neuankömmlinge abgeben mussten. Neugeschaffene Arbeitsplätze werden vorrangig von Chinesen besetzt. Chinesisch ist Hauptunterrichtssprache und damit Voraussetzung für die meisten Arbeitsstellen. Dadurch haben die Neuansiedler einen sofortigen sprachlichen Vorsprung. Die tibetische Sprache wird hingegen aus dem Arbeitsalltag völlig verdrängt. Von den ca. 12’000 Läden, Teehäusern und Restaurants ausserhalb des Barkhor-Altstadtkerns in Lhasa sind nur 300 im Besitze von Tibetern.
Grosse Bedrohung
In Tibet bedeutet die Bevölkerungsverlegung die grösste Bedrohung für das Ueberleben des tibetischen Volkes und seiner Kultur.
Unterdrückung der Kultur und der Religion
Kulturrevolution
Bis 1979 wurde die Religionsausübung gewaltsam unterdrückt. Mönche und Nonnen wurden öffentlich gefoltert und getötet. Während der Kulturrevolution wurden ca. 6’000 Klöster zerstört, die 13 verbleibenden wurden “nur” geplündert. Riesige Mengen von Kulturgütern wurden, wenn sie nicht zerstört wurden, nach Beijing gebracht und dort eingeschmolzen oder an westliche Sammler verkauft.
Die chinesische Regierung kritisiert das damalige Verhalten und macht die “Vierer-Bande” dafür verantwortlich.
Situation heute
Diese offene Kritik wird aber dazu benutzt, um von heutigen Problemen abzulenken.Denn entgegen der chinesischen Behauptungen gibt es auch heute noch keine Religionsfreiheit. Die tibetische Kultur wird weiterhin unterdrückt, wenn auch mit subtileren Methoden.
Die chinesische Besatzungsmacht verfolgt besonders buddhistische Mönche und Nonnen, weil sie eine andere Weltanschauung vertreten. In dem repressiven Regime zielen
aufgezwungene Umerziehungsmassnahmen und Indoktrinierungssitzungen speziell für diese Gläubigen darauf ab, ihre tibetisch-nationale oder religiöse Überzeugung in
kommunistisches, china-freundliches Denken umzuwandeln. Wer sich nicht anpasst, wird aus seinem Kloster ausgeschlossen und darf auch nicht in andere Klöster eintreten.
Sprache
Chinesisch hat Tibetisch als Amtssprache ersetzt (dies trotz anderslautenden offizieller Erklärungen). In Amdo und Kham (den bevölkerungsreichsten Gebieten Tibets) ist oft unmöglich, in Schulen Tibetisch zu lernen. In Grundschulen Zentral-Tibets wird Tibetisch inzwischen wieder unterrichtet, wer jedoch Englisch lernen möchte (und dies ist eine Bedingung, um an Universitäten zugelassen zu werden), muss das Studium der tibetischen Sprache beenden. Nach der Grundschule wird in Chinesisch unterrichtet. All dies führt dazu, dass die tibetische Sprache stirbt und Tibeter, die kein Chinesisch sprechen, fast keine Arbeit finden.
Religion
Anfangs 1980 begannen die Tibeter mit dem Wiederaufbau und der Bevölkerung der zerstörten Tempel und Klöster. Dies in einem Tempo, das von China als Bedrohung aufgefasst wurde. Aus diesem Grund wurde Ende 1994 eine Kampagne gegen den tibetischen Buddhismus gestartet. Alle weiteren Renovationen wurden gestoppt und Höchstzahlen für die Anzahl Mönche und Nonnen eingeführt. Dies stellt einen schweren Angriff auf die tibetische Kultur dar, weil die Wieder-Einführung des Buddhismus eine Gelegenheit für junge Tibeter gewesen war, Kultur und Geschichte ihres Landes kennenzulernen. Wer ohne Erlaubnis der Regierung Klöster aufbaut, wird auch heute noch streng bestraft. Die Zahl der Mönche und Nonnen beträgt 1’200 (vor 1959 waren es ca. 25’000). Die Mönche und Nonnen werden von Regierungsstellen bestimmt und streng kontrolliert; sie können nicht selber bestimmen, in welchem Kloster sie lernen möchten und wer ihr Lehrer sein soll. Tibetische Mitglieder der Kommunistischen Partei Chinas werden aufgefordert, religiöse Gegenstände aus ihren Häusern zu entfernen und Kinder, die Schulen der exil-tibetischen Regierung besuchen, zurückzubringen.
Panchen Lama
Die chinesische Regierung versucht ausserdem, die Stellung des Dalai Lama als religiöses Oberhaupt zu untergraben. 1989 verstarb Tibets zweitwichtigste Person, der Panchen Lama. Traditionellerweise wird die Reinkarnation vom Dalai Lama bestimmt, was er im März 1995 auch tat. Einige Monate später dann bestimmte ein von der Regierung Chinas ernanntes Komitee die Reinkarnation des zehnten Panchen Lama. In Tibet kam zu grossen Protesten, welche zu einer Verhaftungswelle führten.
Chadrel Rinpoche, der Abt des Klosters Tashilunpo (der bis anhin als eher china-freundlich galt) wurde von den Chinesen verhaftet und inhaftiert. Inzwischen gab China zu, den siebenjährigen Knaben in Gewahrsam genommen zu haben, um ihn ‘zu schützen’. Der Knabe dürfte zur Zeit der jüngste politische Gefangene der Welt sein. Inzwischen versucht China, ‘seinen’ Panchen Lama zu etablieren. (Carsten Nebel, 28.09.1998)
Tibet was a fully functioning and independent state before the Chinese invasion.
The modern Tibetan national flag was adopted in 1916. Its international debut was in the National Geographic Magazine’s “Flags of the World” issue of 1934.Compiled by Jamyang Norbu for the Rangzen Alliance
FUNCTIONING STATE
Tibet was a fully functioning and independent state before the Chinese invasion. It threatened none of its neighbors, fed its population unfailingly, year after year, with no help from the outside world, and owed nothing to any country or international institution. Although insular, theocratic and not a modern democracy, Tibet maintained law and order within its borders and conscientiously observed treaties and conventions entered into with other nations. It was one of the earliest countries to enact laws to protect wildlife and the environment – recurrently cited in the “Mountain Valley Edicts” issued since 1642 [1], and possibly earlier. [2] Tibet abolished capital punishment in 1913 (noted by many foreign travelers [3]) and was one of the first nations in the world to do so. There is no record of it persecuting minorities (e.g. Muslims [4]) or massacring sections of its population from time to time as China (remember Tiananmen) still does. Although Tibet’s frontiers with India, Nepal and Bhutan were completely unguarded and Tibetans were “great travelers” [5] , very few Tibetans fled their country as economic or political refugees. There was not a single Tibetan immigrant in the USA or Europe before the Communist invasion. Read the full story...
10 Facts about Tibet
The Dalai Lama, Tibet's political and spiritual leader, fled Tibet in 1959 to Dharamsala, India, followed by over 100,000 Tibetans and established the Tibetan Government-in Exile. In 1989, he was awarded the Nobel Peace Prize for a steadfast dedication to non-violence, and the highest US civilian honor, the Congressional Gold Medal, in 2007.
Tibet, before occupation, was a nation with an established sovereign government, currency, postal system, language, legal system, and culture. Prior to 1950, the Tibetan government also signed treaties with foreign nations. The Chinese government claims that Tibet has always been part of China, yet its invasion of Tibet resembles imperialist aggression that China accuses other powers of exhibiting.
The "Tibetan Autonomous Region" (TAR) is not Tibet, nor is it autonomous. The Chinese government has divided historical Tibet into one region and several prefectures and counties, with the TAR encompassing only the central area and some eastern regions of Tibet.
The basic freedoms of speech, religion, and assembly are strictly limited, and arbitrary arrests continue. There are currently hundreds of political prisoners in Tibet, enduring a commonplace punishment of torture.
The Chinese government increasingly encourages Han Chinese to migrate to Tibet, offering them higher wages and other inducements. This policy is threatening the survival of Tibetan people. Tibetans are becoming a minority in the TAR. Yearly, thousands of Tibetans still flee from Tibet, making the treacherous journey over the Himalayas into a world of exile.
Historical Tibet was a vast country, with an area roughly equal to Western Europe. Tibet is the source of five of Asia's largest rivers, which provide water for two billion people. Tibet's fragile environment is endangered by Chinese strip-mining, nuclear waste dumping, and extensive deforestation.
The Chinese government claims to have ?developed? Tibet, with ?developments? mainly benefiting the new majority Chinese, not Tibetans. China, neglecting education and healthcare, has spent millions of dollars building infrastructure; many roads, buildings, and power plants directly support heavy militarization, allowing China to maintain Tibet as a police state.
The Chinese government aggressively seeks foreign investment for its ?Go West? campaign, with use of these international funds to develop Tibet as a resource extraction colony and consolidate regional control. Foreign investments in Chinese companies legitimise China's colonisation and exploitative projects that harm Tibet.
The United Nations and international community have done very little to address the core issue of China?s illegal occupation of Tibet. China represents an enormous market and cheap labour force, and its associated businesses have such a strong lobby that officials are reluctant to take substantive measures. Since western countries adopted policies of so-called ?constructive engagement? with China in the 1990s, the human rights situation in Tibet has only deteriorated. In November 2008, the UN agreed with Free Tibet's report on torture, clarifying that it believes that torture is 'widespread and routine' in Tibet.
Tibet Mein Land - Freiheit Mein Recht
